Geschichte & Geologie

LonetalpferdchenBegeben Sie sich doch einfach mal auf eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit und entdecken Sie im Zeitraffer 200 Millionen Jahre Erdgeschichte. Von der Urzeit zum Jurazeitalter, zum Tertiär und zur Mittelsteinzeit, dann auf den Spuren der Kelten, Römer und Alamannen bis hin zu den Staufern, die alle in der Region ihre Spuren hinterlassen haben. Siedlungen, Kastelle, Burgen … vielerorts aufwändig ausgegraben und restauriert, zeugen von einer erlebnisreichen Vergangenheit Ostwürttembergs. Interessante Museen und Fossilienfundstätten informieren über die Geschichte der Region und geben Einblick in längst vergessene Welten.

Erfahren und erleben Sie unsere Erdgeschichte, Geologie und Kulturgeschichte:

 


Urzeit: Jura

Korallen- und Heimatmuseum NattheimVor etwa 200 Millionen Jahren begann das Jurazeitalter, welches geprägt war vom subtropischen Jurameer mit seinen bunten Korallenriffen und zahlreichen urzeitlichen Meeresbewohnern. Heute noch zeugen schroffe Kalkfelsen und Korallenfossilien von dieser Zeit.

Empfehlenswert ist ein Besuch im Urweltmuseum Aalen, im Riffmuseum Gerstetten sowie im Korallen- und Heimatmuseum Nattheim. Eine Wanderung durch das Felsenmeer Wental oder ein Ausflug in das Besucherbergwerk „Tiefer Stollen“ in Aalen-Wasseralfingen sollten ebenfalls auf dem Programm stehen. Das Besucherbergwerk „Tiefer Stollen“ ist heute ein einzigartiges Schaubergwerk, das auch für Kuren zur Linderung von Asthma, Allergien und Atemwegserkrankungen geeignet ist.


Urzeit: Tertiär

Ungefähr 15 Millionen Jahre vor unserer Zeit kam es zur Katastrophe mit weltweiten Folgen: die Meteoriteneinschläge in Steinheim und dem Nördlinger Ries veränderten das Bild der damaligen Landschaft nachhaltig. Südwestlich des Nördlinger Rieskraters erstreckt sich das Härtsfeld, das durch seine besonderen Landschaftsformen besticht: Der Großteil des Härtsfeldes ist eine Karsthochfläche des weißen Jura der Schwäbischen Alb. Dazwischen durchziehen einige Trockentäler das Härtsfeld, fast alle münden ins Egautal.
Möchten Sie einen Ausflug in die geologische Vergangenheit unternehmen, dann ist ein Besuch im Meteorkratermuseum Steinheim (Ortsteil Sontheim) empfehlenswert. Das Meteorkratermuseum ist eines von nur fünf Museen weltweit, das sich Meteoritenkratern widmet. Höhlenhaus HürbenEs stellt typisches Gestein und Fossilien aus dem ehemaligen Kratersee vor. Die Ausstellung zeigt dem Besucher die exotische Organismen- und Artenvielfalt aus dieser Zeit.

Vor 5 Millionen Jahren begann der Prozess der Verkarstung, der bis heute anhält. Versickertes Regenwasser wäscht Spalten und Röhren aus dem kalkhaltigen Juragestein, dadurch entstanden auch die für die Region typischen Höhlen, wie z.B. die Charlottenhöhle (Hürben). Unser Tipp: Besuchen Sie die HöhlenErlebnisWelt mit dem Höhlenhaus und dem HöhlenSchauLand.


Eiszeit: Jüngere Altsteinzeit

MammutfigürchenNun wechselten sich viele Millionen Jahre lang Eis- und Warmzeiten ab. Aber nicht nur die permanenten Klimaveränderungen prägten unsere Erde, es passierte noch etwas ganz Wesentliches: Die Entwicklung des Homo Sapiens.

Die Wiege der Menschheit lag vermutlich im Osten des heutigen Afrika. Von dort breitete sich der Mensch weiter aus und kam im Laufe der Zeit auch in die heutige Region Ostwürttemberg.
Vor etwa 30.000 Jahren schufen eiszeitliche Jäger und Sammler die ältesten bekannten Kunstwerke, die je gefunden wurden.

So erlangten die Höhlen des Landkreises Heidenheim und des Alb-Donau-Kreises weltweite Bedeutung aufgrund ihrer einmaligen archäologischen Funde aus der Epoche des Aurignacien.
Die berühmteste Steinzeithöhle der Region ist die Vogelherdhöhle bei Niederstotzingen. Unter einem Dutzend kleiner Skulpturen wie Mammut, Bison, Löwe und Nashorn ist der wohl bekannteste Fund ein elegant gearbeitetes Pferdchen, eine nur 4,8 cm große Plastik aus Elfenbein.
Noch ein ganz besonderer Fund stammt aus der Brenzregion:
Im Hohlenstein-Stadel bei Asselfingen wurde die etwa 30 cm große Figur eines Löwenmenschen entdeckt.
Geschnitzt aus dem Elfenbein eines Mammuts, ist in der Gestalt des Löwenmenschen ein besonderes Relikt unserer frühesten Vorfahren erhalten.

Die Schwäbische Alb ist „Nationaler GeoPark“.
Das Prädikat wird Landschaften verliehen, die besondere naturräumliche und geologische Verhältnisse aufweisen. Natürlich gehören auch große Teile Ostwürttembergs dazu.


Die Kelten

Um 2.200 v. Chr. beginnt das Zeitalter der Kelten. Vom Steinzeitjäger und Sammler hat sich der Mensch zum Ackerbauern und Viehzüchter entwickelt. Der Ipf in Bopfingen ist eines der bedeutendsten archäologischen Kulturdenkmale in Süddeutschland. Am westlichen Riesrand befinden sich viele Fundstellen der Eisenzeit, wie z. B. die keltische Viereckschanze bei Jagstheim.

Auf dem Gipfelplateau des Ipf finden sich umfangreiche und sehr beeindruckende Befestigungssysteme und Wälle, die dafür sprechen, dass der Ipf ein frühkeltischer Fürstensitz war. Für diese Annahme sprechen insbesondere die geographische Lage des Ipf als Verkehrsknotenpunkt im Fernhandelsnetz zwischen Donau, Main und Neckar, aber auch die beeindruckende Dominanz und Wirkung des Berges mit seinen Befestigungsanlagen. Zusätzlich waren wohl auch die Eisenerzvorkommen auf der östlichen Schwäbischen Alb eine weitere Grundlage der wirtschaftlichen Bedeutung des Fürstensitzes. Die Befestigungsanlagen auf dem Ipf waren weithin sichtbar und signalisierten Prestige und Rang. Forschungsgrabungen am Fuße des Berges brachten Spuren eines Siedlungsumfeldes mit herrschaftlichen Rechteckhöfen und Großgrabhügeln zu Tage.


Die Römer

Auf der Alb verläuft fast ein halbes Jahrhundert lang die Grenze des römischen Weltreiches, gekennzeichnet durch ein großartiges Bauwerk, dem Obergermanisch-Rätischen Limes. Auf seinem insgesamt 550 km langen Verlauf von Rheinbrohl am Rhein nach Regensburg an der Donau durchquert der Limes auch die Ostalbregion. Folglich haben die Römer an vielen Schauplätzen ihre Spuren hinterlassen.

Internationale Römertage in AalenAalen ist mit dem ehemaligen größten Reiterkastell nördlich der Alpen, dem Ala II Flavia, und dem Limesmuseum zentraler Standort entlang des Limes. Das Museum steht direkt auf dem Gelände des römischen Reiterkastells, wo vor rund 1.800 Jahren 1.000 Soldaten mit ihren Pferden stationiert waren. Zum Museum gehört ein archäologischer Park, der Teil des UNESCO-Welterbes Limes ist. Das Limesmuseum gibt dem Besucher eine beeindruckende und sehr umfangreiche Ausstellung zum militärischen und zivilen Leben am Limes. Aalens römische Vergangenheit zieht sich wie ein roter Faden durch die Stadt. Die Identifikation mit den Römern hier ist sehr groß. So finden alle zwei Jahre die Internationalen Römertage statt, die eine hervorragende Ergänzung zum Limesmuseum darstellen.

Wachturm am Obergermanisch-Rätischen LimesEbenfalls sehenswert ist das Museum im Römerbad Heidenheim, das eindrucksvolle Reste der bedeutenden römischen Siedlung „Aquileia“ präsentiert. Um 200 n. Chr. errichtete die Ala II Flavia ihr Reiterkastell im Bereich der heutigen Innenstadt von Heidenheim.

Im Zuge der letzten Grenzkorrektur des Obergermanisch-Rätischen Limes wurde die Eliteeinheit in das neu erbaute Kastell Aalen verlegt. Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage blieb Aquileia weiterhin von einiger Bedeutung, bis die Römer gegen Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr. das Limeshinterland endgültig aufgaben und die germanische Besiedlung unserer Region begann.


Die Alamannen

Alamannenring im Alamannenmuseum EllwangenNach rund 300 Jahren endet die Herrschaft der Römer in Südwestdeutschland. Germanische Krieger und Siedler lassen sich nieder und bilden den neuen Stammesverband der Alamannen. Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr. werden die Alamannen von den Merowingern in das Frankenreich eingegliedert und allmählich christianisiert.

Von den Siedlungsplätzen der Alamannen selbst sind kaum Überreste erhalten, jedoch geben Reihengräberfriedhöfe Aufschluss über die alamannische Besiedlung der Region. So konnte in Lauchheim bei Bopfingen das bisher größte alamannische Gräberfeld Baden-Württembergs mit wertvollen Grabbeigaben sowie die dazugehörige Siedlung mit Herrenhof und mehreren reich ausgestatteten Hofgrablegen ausgegraben werden. Alle Funde zeigt das Alamannenmuseum Ellwangen, dessen Themenschwerpunkte das Weben und Textilhandwerk, das Holzhandwerk, alamannische Gold- und Silberschmiedearbeiten sowie die Bedeutung der Alamannen als die ersten Christen in Süddeutschland sind.


Die Staufer

Marktplatz Schwäbisch GmündUngefähr um 1000 n. Chr. befinden wir uns mitten im Hochmittelalter, der Blütezeit des Rittertums und des römisch-deutschen Kaiserreichs. Es war auch die Zeit der Staufer, eines schwäbischen Adelsgeschlechts, das im 12. und 13. Jahrhundert seinen Höhepunkt hatte und aus dem berühmte Herrscher wie Friedrich I. Barbarossa oder Heinrich VI. hervorgingen.

In der Region haben die Staufer zahlreiche Spuren hinterlassen. Älteste Stauferstadt der Region ist Schwäbisch Gmünd.

Daneben gründeten die Staufer auch das Benediktinerkloster Lorch, das Hauskloster und Grablege der Staufer war. Die Stadt Aalen wurde ebenfalls von den Staufern gegründet und erhielt zwischen 1241 und 1246 unter Kaiser Friedrich II. das Stadtrecht. Die Ritter von Bopfingen standen seit 1153 nachweislich im Dienst des Staufergeschlechts als Ministeriale. Stammburg der Staufer war die Burg Flochberg bei Bopfingen. Die Stadt Bopfingen selbst war ebenso eine staufische Stadterhebung und wurde 1241 Reichsstadt.

Auch im Landkreis Heidenheim haben die Staufer ihre Spuren hinterlassen. Weithin sichtbar ist das Schloss Hellenstein, mit dessen Bau bereits 1096 durch den Staufer Gozpert de Halensteine begonnen wurde. Die Stadt Heidenheim entstand in Folge als staufische Gründung.

Landesmuseum für Kutschen, Chaisen und Karren in HeidenheimDas Schloss war zu seiner Zeit ein ansehnlicher Fürstensitz geworden und beherbergte in seinen Mauern Gäste wie Wallenstein (1630), Eugen von Savoyen (1702) und viele andere Persönlichkeiten.

Im Schloss sind heute unter anderem zwei Museen untergebracht:
das Landesmuseum für Kutschen, Chaisen und Karren sowie das Museum Schloss Hellenstein.