Erfolgreiche Vermittlung

Das Willkommensbüro vermittelt ausländische Studierende an regionale Unternehmen.

Quelle: limes-Magazin der Hochschule Aalen - Autor: Pascal Cromm - Fotos: Franziska Kraufmann, Privat

Das von der Hochschule Aalen koordinierte Projekt WISO macht es sich zur Aufgabe, internationale Studierende für den regionalen Arbeitsmarkt zu gewinnen und diese im Sinne der regionalen Fachkräfte-Allianz an Unternehmen zu vermitteln. Das WISO war im Rahmen des vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg geförderten gemeinsamen Projekts der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Region Ostwürttemberg (WiRO) und der Akademischen Auslandsämtern der vier staatlichen Hochschulen der Region gegründet worden. Ziel ist es, internationale Studierende auf den Arbeitsmarkt der Region vorzubereiten.

Direkten Austausch pflegen

Entsprechende Vermittlungen finden jetzt im Rahmen von Veranstaltungen statt, bei denen neben Informationen zur Rekrutierung und Integration der direkte Austausch zwischen Unternehmern und internationalen Studierenden stattfindet. So luden die Agentur für Arbeit, die IHK Ostwürttemberg, das WISO sowie die WiRO zu einer Informationsveranstaltung zum Thema »Ausländische Fachkräfte finden und begeistern« ein. Die Firma Richter Lighting Technologies GmbH in Heubach stellte ihre Räumlichkeiten zur Verfügung und beteiligte sich an der Organisation der Veranstaltung. 52 interessierte Teilnehmer aus Unternehmen und den Hochschulen erhielten vielfältige Impulse. Das Unternehmen Richter Lighting selbst ist ein gutes Beispiel was Recruiting von internationalen Fachkräften betrifft. Bernd und Marion Richter sind mit aktuell 140 Mitarbeitern aus 34 Ländern ein erfolgreich am Markt agierendes Technologieunternehmen. Mit einem internationalen Team aus Ingenieuren, Architekten, Betriebswirten, Wissenschaftlern und Produktionsfachleuten ist das Unternehmen auf Wachstumskurs. Sehr erfolgreich rekrutiert die Familie Richter im Ausland und wirbt dabei stolz für Heubach. Die Ostalb hat mit der guten medizinischen Versorgung, hervorragenden Bildungssystemen, sicheren Arbeitsplätzen und der vielen Natur einiges zu bieten, was in anderen Regionen und Ländern nicht selbstverständlich ist. Richter Lighting erhält daher auch viele Initiativbewerbungen und hat ein ganz besonderes Modell entwickelt: Wenn passende Fachleute zur Verfügung stehen, werden diese auf »Vorrat« eingestellt. Den Partnerinnen und Partnern werden entsprechende Jobangebote gemacht. Die Integration gelingt vor allem deswegen, weil Marion und Bernd Richter sich persönlich darum kümmern und bei den ersten Schritten in der Region helfen. Diese Hilfe reicht vom Wohnungsangebot bis hin zur Unterstützung bei Behörden- und Genehmigungsthemen. Auch mit der Integration von Flüchtlingen hat man bei Richter Lighting positive Erfahrungen gemacht und bereits früh mit der LEA in Ellwangen kooperiert.

Richard Baumann, Leiter Human Resources und Organisation der EurA AG aus Ellwangen, informierte über ein neues Geschäftsfeld der deutschlandweit führenden Fördermittelberatung. Die EurA AG hat im portugiesischen Porto eine Niederlassung und hilft interessierten Betrieben, in Portugal Fachkräfte zu finden. Baumann betonte, dass Portugal mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und einem guten Ausbildungssystem sowie einer hohen Mobilitätsbereitschaft viele interessante Fachkräfte für deutsche Unternehmen zu bieten habe.

Wer im Ausland Fachkräfte gewinnen möchte, muss natürlich auch rechtliche Rahmenbedingungen beachten. Diese wurden kompakt von Anne Hagenlocher vom Incoming Team der ZAV Stuttgart vorgestellt. Der internationale Personalservice der Agentur für Arbeit unterstützt Arbeitgeber nicht nur mit Checklisten, sondern berät auch ausführlich über die geltenden Voraussetzungen. Der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung Stuttgart (ZAV) ist auch in verschiedensten Ländern mit Projekten engagiert. So werden beispielsweise IT-Fachkräfte in Brasilien, Marokko oder Tunesien angeworben. In den Berufen der Hotel- und Gastronomiebranche ist die ZAV in Marokko, Tunesien und Polen aktiv. Auch im Bereich Pflege gibt es mehrere Projekte. Anne Hagenlocher informierte außerdem über Regelungen der Arbeitsmarktzulassung für Fachkräfte aus Drittstaaten.

Studierende überzeugten von sich

Vorbereitet und moderiert durch Andrea Hinze und Lothar Dessilla vom WISO präsentierten sich den Gästen acht hochmotivierte und gut qualizierte internationale Studierende aus Albanien, Brasilien, Indien, Kolumbien, Südafrika, Südkorea, Taiwan und der Türkei. Die Studierenden studieren an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim und der Hochschule Aalen oder haben bereits ihren Abschluss. Die jungen Fachkräfte kamen beim anschließenden Networking schnell ins Gespräch mit den Unternehmen. Folgetermine für Werkstudententätigkeiten, Praktika oder auch einen direkten Jobeinstieg wurden schon besprochen.