Andrang auf der Immobilienmesse

Expo Real - Vertreter der Region Ostwürttemberg spüren auf der weltgrößten Messe für Gewerbe- und Wohnimmobilien in München den aktuellen Boom der Branche.

Quelle: Gmünder Tagespost - Autor: Bernhard Hampp - Foto: ham

München.  Noch bis Mittwoch läuft die weltgrößte Immobilienmesse Expo Real in München. Hier verhandelt die Branche über Grundstücksverkäufe, Wohnungen wechseln im Paket den Besitzer, millionenschwere Verträge werden klar gemacht, Geschäftsbeziehungen angebahnt, Kontakte gepflegt. Ostwürttemberg ist mit seinen Großen Kreisstädten und großen Immobilienunternehmen vertreten.

Von einer Krise ist hier nichts zu spüren. Bereits am Einlass der Münchner Messehallen stehen die Anzugträger aus aller Herren Länder - die Immobilienbranche ist hier fast ausschließlich männlich - Schlange. Entsprechend groß ist der Andrang in Messehalle B1: Dort präsentiert sich Ostwürttemberg in der Nachbarschaft elf weiterer baden-württembergischer Regionen.

"Es ist wichtig, uns hier mit unseren 80 Gewerbegebieten und 230 Hektar verfügbaren Gewerbeflächen zu präsentieren", betont Nadine Kaiser, Geschäftsführerin der Wirtschaftsfördergesellschaft Region Ostwürttemberg (WiRO). Kaiser selbst betreute zehn Jahre lang den Nachbarstand - sie betrieb Wirtschaftsförderung für die Region Nordschwarzwald, ehe sie im April 2019 zur WiRO wechselte. Seien die Gewerbeflächen in anderen Regionen „quasi ausverkauft", so könne Ostwürttemberg noch mit freien Flächen punkten, sagt sie - und obendrein mit einem gesunden Branchenmix, Firmen, die Zukunftsfelder bearbeiteten, guter Verkehrslage und forschungsstarken Hochschulen.

Heimbetreiber suchen Grundstücke

Bauträger, Einzelhändler auf Expansionskurs, Immobilienmakler und andere Interessenten, die am Ostwürttemberg-Stand aufschlagen, können Kaiser und WiRO-Projektleiterin Simone Jansen gleich weiterverweisen: an die Chefs der ostwürttembergischen Immobilienunternehmen oder die Vertreter der fünf Großen Kreisstädte. Sascha Kurz von der Wirtschaftsförderung der Stadt Aalen hat im Vorfeld bereits rund ein Dutzend Messetermine vereinbart: Pflegeunternehmen und Heimbetreiber, aber auch die Anbieter neuer Bau- und Wohnformen - etwa Holz-Mehrfamilienhäuser - seien derzeit sehr interessiert an Investments in Aalen, berichtete er.

Für Lea Bopp und Alexander Trautmann von der Gmünder Wirtschaftsförderung geht es darum, spannende Kontakte in die Wohnungswirtschaft zu knüpfen, Ideen für das Tagesgeschäft zu erhalten und auf die lebendige Startup-Szene in Gmünd hinzuweisen. Diese hat sich unlängst bei der Messe Make vor mehr als 10 000 Besuchern präsentiert.

Schwerpunkt für Ellwangen sind Wohnungsbau und Dienstleistungen auf dem Konversionsareal. Ein Teil der Grundstücke auf dem ehemaligen Kasernengelände sei bereits verkauft oder stehe zum Verkauf, für weitere gebe es Planungen, so Bürgermeister Volker Grab, neben dem auch Vertreter von Stadtplanungsamt und Wirtschaftsförderung die Stadt vertreten.

Johannes Schenck von der Wirtschaftsförderung der Stadt Heidenheim weist auf die Eröffnung des „Dock 33", des ersten städtischen Coworking-Spaces auf dem ehemaligen WCM-Areal am 18. Oktober hin. Auf diesem Start-up-Campus ziehen auch eine Maker-Space genannte Werkstatt und das Digitalisierungszentrum ein.

"Unser Pfund ist die Lage an der Autobahn", verkündet Giengens Wirtschaftsförderer Sebastian Vetter. Für den geplanten, 40 Hektar großen, Giengener Industriepark A7 östlich der Autobahn habe es denn auch „vielversprechende Gespräche" gegeben.

Auch die Immobilienwirtschaft ist aktiv. Dietmar Diebold vom Gewerbeimmobilien-Spezialisten Aalener Treuhand vermarktet derzeit unter anderem Hotelimmobilien. Hotelketten belegen auf der Expo Real eine eigen
Halle: "Die habe ich fast alle besucht", erzählt der umtriebige Unternehmer.

Robert Kohler von ADK Modulraum aus Neresheim freut sich über eine „deutlich gestiegene Nachfrage nach vorgefertigten Bauelementen", Volker Merz von Merz Objektbau aus Aalen geht es auf der Expo Real um „Kontakte pflegen, Trends erkennen, Inspirationen holen".

Wie im vergangenen Jahr belegte das Aalener Immobilienunternehmen ILive einen eigenen, geräumigen Messestand. Der Spezialist für Mikrowohnen präsentierte unter anderem besondere Schwerpunkte: So möchte ILive seine Expertise in den Bereichen Projektentwicklung und Vertrieb, aber auch im Betrieb von Wohnanlagen mit dem besonderen ILive-Konzept für Dritte zugänglich machen.

„Wir bieten hier auch einzelne Bausteine an - das kommt top an, weil andere diese Fähigkeiten in unserer Nische nicht haben", betont ILive-Geschäftsführer Amos Engelhardt, der sich über den enormen Zustrom am brasilianisch gestalteten Stand seines Unternehmens freut.