Was Holz alles kann

Regionaler Holzbautag - Mehr als 100 Teilnehmer informieren sich in der Stadthalle Heubach über Bauen mit dem nachhaltigen Werkstoff Holz.

Quelle: Gmünder Tagespost - Autor: pm - Foto: WiRO 

Heubach. Dass Bauen mit Holz nicht nur ökonomisch rentabel, sondern auch ökologisch sinnvoll ist, hat der 8. Regionale Holzbautag in der Stadthalle Heubach gezeigt. Die Teilnehmerzahl von mehr als 100 Gästen belegte, dass die Themen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit von großer Bedeutungg und brandaktuell sind.

Bauen mit Holz ist längst in der Gesellschaft angekommen. Bereits während der Betriebsbesichtigung bei Allnatura wurde deutlich, wie Holz attraktiv und wirtschaftlich im gewerblichen und öffentlichen Bauen eingesetzt werden kann. Im Anschluss berichtete Matthias Schlosser, Geschäftsführer und Vertriebsleiter der Schlosser Holzbau aus Jagstzell über das herausfordernde Bauprojekt des ganz in Holz konstruierten Allnatura-Gebäudes. "Wir verarbeiten heute schon den Rohstoff von morgen." Dieser Nachhaltigkeitsgedanke werde durch den Einsatz von recyclingfähigem Baumaterial und der unkomplizierten Demontierbarkeit der Bauelemente schon bei der Errichtung umgesetzt. Zudem sei das Firmengebäude zu 58 Prozent energieautark und damit "ein richtiges Kraftwerk".

Bauen mit Holz als aktiver Beitrag zum Klimaschutz, das war eine der Kernbotschaften des Vortrags von Prof. Stefan Krötsch von der Fakultät Architektur und Gestaltung an der Hochschule Konstanz. Etwa 40 Prozent des globalen Treibhausgasausstoßes würden durch die Herstellung von Baumaterialien, die Errichtung sowie den Betrieb von Gebäuden verursacht. Durch die Nutzung von Holz könne dieser Anteil deutlich reduziert werden. Zudem würde - neben den Wäldern - durch die dauerhafte Einlagerung von Holz in Gebäuden ein „zweiter Kohlenstoffspeicher" in den Städten und Dörfern geschaffen. Holz weise viele bauwirtschaftliche Vorteile auf, etwa das geringe Gewicht sowie die gute Fähigkeit zur Vorelementierung und damit Zeitersparnis auf dem Bau.

Waldhotel in Rainau und Albturm-Projekt vorgestellt

Besonderer Fokus auf der Wirtschaftlichkeit lag auch im dreiteiligen Vortrag zum Bauprojekt „Waldhotel Rainau" von Mathis Tröster, Architekt bei ACT Tröster + Deucker, sowie Investor und Betreiber Josef Mayle und Michael Mayle, Geschäftsführer der Holzbau Mayle aus Neuler. Das ehemalige Waldkrankenhaus wurde durch zielgenaue Erweiterungen und Aufstockungen umgenutzt, wobei viele Bauteile erhalten werden konnten.

„Mit Holz hoch hinaus" war das Motto des Vortrags von Prof. Dr. Jürgen Graf vom Fachbereich Architektur an der Technischen Universität Kaiserslautern. Er stellte den Teilnehmern die Pläne für den „Albturm" in Heubach vor. Als Aussichtsturm mit integriertem Museum und gastronomischem Angebot, weitgehend aus heimischen Buchenholz errichtet, wäre er mit einer geplanten Höhe von 61,3 Metern der bis dahin höchste Holzturm Deutschlands.

Veranstalter des Holzbautages waren die Holzkompetenz3- Partner - die Landkreise Heidenheim, Ostalbkreis und Schwäbisch Hall sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Region Ostwürttemberg
(WiRO) - mit den Holzbau-Partnern proHolzBW und Holzbau Baden-Württemberg.