Ein neuer Aufbruch für Ostwürttemberg

Auftaktveranstaltung zu „Zukunft Ostwürttemberg" findet Anfang November statt

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Die Region Ostwürttemberg plant einen neuen Aufbruch: Am 8. November findet im Stadtgarten in Schwäbisch Gmünd eine Auftaktveranstaltung „Zukunft Ostwürttemberg“ unter der Schirmherrschaft der baden-württembergischen Wirtschaftsministerin Nicole ‘Hoffmeister-Kraut statt. Man sehe Handlungsbedarf, aber auch neue Chancen, sagte der neue Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwürttemberg und seitherige Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Kreistags. Es handele sich einerseits um eine Fortschreibung. der früheren, erfolgreichen Zukunftsinitiativen Ostwürttemberg, andererseits aber auch um einen Neustart.

Bei der Veranstaltung um 18 Uhr im CongressCentrum spricht die Ministerin über „Digitalisierung und Dekarbonisierung - die wirtschaftspolitische Agenda für das Land“, während Rentschler Ziele und Agenda 2030 für Ostwürttemberg vorstellt. Es schließt sich eine Podiumsdiskussion an, bei der es um die Transformation als Chance und Herausforderung geht. Die Initiative werde gestartet, sagte der IHK-Hauptgeschäftsführer, weil der Arbeitsplatzabbau in der Region ein Frühindikator sei. Die früheren Initiativen seien eine Aufholjagd gewesen, diesmal gehe es darum, die Prosperität der Regionzu erhalten. Gemeinsam wolle man die Transformation der Wirtschaft schaffen. Zudem böten die Digitalisierung und der Green Deal enorme Innovations- und Wachstumspotenziale, unterstrich Rentschler.

Mit der Fortschreibung der Zukunftsinitiative wolle man einen gesamtregionalen und strategischen Handlungsrahmen schaffen einschließlich einer Transformationsstrategie. Unterstützt werde dies von der IHK und der Wirtschaftsfördergesellschaft (WiRO). Dabei sollen Rentschler zufolge nach der Auftaktveranstaltungverschiedene Themenfelder bearbeitet werden wie etwa Technologie und Innovation, Beschäftigung und Qualifizierung, Infrastruktur, Mobilität und Energiewende, Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Start-up und Geschäftsmodelle sowie Standortmarketing und -entwicklung. Erste Umsetzungsergebnisse würden bereits 2022 erwartet.

WiRO-Geschäftsführerin Nadine Kaiser ergänzte, die Bundesregierung wolle regionale Transformationsnetzwerke fördern, weshalb die Region hofft, in den Genuss der laut Kaiser attraktiven Förderung für die Fahrzeugund Zulieferindustrie zukommen. Dafür könnte es in den kommenden vier Jahren insgesamt acht Millionen Euro an Förderung geben. Eine Skizze mit ihren Vorstellungen habe die Region bereits vorgelegt und hoffe nun auf die Aufforderung, einen Antrag zu stellen. Kreisrat Richard Arnold (CDU) rief dazu auf, die Transformation als Chance zu begreifen und die Kräfte zu bündeln. Dabei müsse man aber alle Bürger mitnehmen. Der Gmünder Oberbürgermeister verwies darauf, dass eine Lithium-Firma sich für eine Ansiedlung in Norddeutschland entschieden habe und der Süden leer ausgehe. Solche Unternehmen müssten auch hierher kommen und das werde man der Ministerin deutlich zu verstehen geben. „Baden-Württemberg muss vorne mit dabei sein!“

Carola Merk-Rudolph (SPD) forderte, die Initiative müsse an frühere Erfolge anknüpfen und die Zukunftsfähigkeit der Region ausbauen. Dabei brauche es den Dreiklang ökologisch, sozial und ökonomisch. Wichtig sei die Ausbildung insgesamt und vor allem die der Frauen. Es müssten wirklich alle mitgenommen werden, forderte Roland Hamm (Linke) nachdrücklich.