Volle Kraft Richtung Zukunft

Am 8. November fällt der Startschuss für die neue Initiative Zukunft Ostwürttemberg. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut hält in Schwäbisch Gmünd eine Rede.

Quelle: GT - Autor: Bernhard Hampp - Bild: pixabay

Schwäbisch Gmünd. Am Montag, 8. November, fällt in Schwäbisch Gmünd der Startschuss für die neue Initiative Zukunft Ostwürttemberg. Der Ostalbkreis und der Kreis Heidenheimhaben sich mit den Großen Kreisstädten Aalen, Eilwangen, Giengen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd sowie der Industrie- und Handelskammer zusammengetan, um mit vereinten Kräften die Transformation der Wirtschaft anzupacken. 

"Wenn große Konzerne Standorte schließen, sind es deutliche Zeichen, dass wir handeln müssen.“ - Thilo Rentschler, IHK Ostwürttemberg

„Die fetten Jahre sind vorbei“ - so könnte man den Anlass für die neue Initiative umschreiben. Nicht erst Corona hat Handlungsbedarf aufgezeigt - die Schlüsselindustrien der Region wie Automobilzulieferer, Werkzeug- und Maschinenbau steckten bereits vorher in einem Umwälzungsprozess. Eine „erfolgsverwöhnte Region“ sei Ostwürttemberg zuletzt gewesen, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler, der die Initiative im Ostalb-Kreistag vorstellte. Gegenwärtig aber, so Renschler, ließen Arbeitsplatzabbau, Firmeninsolvenzen und mehr als 80000 Kurzarbeitende in der Region aufhorchen. „Wenn große Konzerne Standorte schließen, sind es deutliche Zeichen, dass wir handeln müssen“, sagte Rentschler, der bis Ende September Aalener Oberbürgermeister war.

Zukunftsinitiativen, in denen Ostwürttemberg-weit die Kräfte gebündelt wurden, gab es bereits in den Jahren 1995 und 2005. Von einer „Neuauflage“ zu sprechen, werde der Situation aber nicht gerecht, so Rentschler: „Damals war Ostwürttemberg im Grunde Schlusslicht in Baden-Württemberg, es ging um eine Aufholjagd. Die heutige Herausforderung ist, die Prosperität zu halten.“ Außer um eine Fortschreibung der erfolgreichen Zukunftsinitiativen handle es sich auch um einen Neustart. 

Mit Austausch im Netzwerk und Expertenanhörungen sowie unter Einbeziehung vorhandener Initiativen wie etwa der Fachkräfteallianz Ostwürttemberg müsse der Prozess „in den Betrieben, in der Gesellschaft umgesetzt werden“, bekräftigte Rentschler.

Acht Millionen Euro Bundesförderung sind möglich.

Bereits im Juni dieses Jahres hatten die wichtigsten Akteure die Initiative angekündigt. Zur Auftaktveranstaltung ist sie auch inhaltlich aufgestellt. Sechs Themenfelder wurden ausgemacht, in denen Ostwürttemberg zurück in die Erfolgsspur finden soll: Technologie und Innovation, Beschäftigung und Qualifizierung, Infrastruktur, Mobilität und Energiewende, Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Start-up und Geschäftsmodelle sowie Standortmarketing und -entwicklung.

Auf der operativen Ebene koordiniert eine „Task Force Transformation“, gebildet aus der IHK Ostwürttemberg und derregionalen Wirtschaftsförderung WIRO, den Prozess. Ein erstes Ergebnis der Strategiebesprechungen - die Projektskizze „Transform OWü“ - stellte WiRO-Geschäftsführerin Nadine Kaiser im Kreistag vor. Die Bundesregierung, berichtete Kaiser, fördert regionale Netzwerke, die „Iransformationsstrategien für Regionen der Fahrzeug- und Zulieferindustrie“ erarbeiten. Ein solches Netzwerk soll mit „Transform OWü“ unter Federführung von IHK, WiRO, Gewerkschaft IG Metallund Arbeitgeberverband Südwestmetall entstehen. Klappt es mit der Bundesförderung, so erhält Ostwürttemberg in den kommenden vier Jahren bis zu acht Millionen Euro Förderung.