„Wir brauchen den Schulterschluss"

Die WiRO wird 25 Jahre: Die Landräte der Region betonen die Bedeutung regionaler Wirtschaftsförderung - und appellieren an den Zusammenhalt der Region.

Quelle: GT - Autor: Robert Schwarz - Bild: rs

Schwäbisch Gmünd. Nicht nur zurück, sondern auch vorausblicken will die regionale Wirtschaftsförderung WiRO anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens, das in diesem Jahr gefeiert wird. „Es gibt zahlreiche Herausforderungen, vor denen die regionale Wirtschaft steht“, erklärt Nadine Kaiser, Geschäftsführerin der WiRO. „Wir müssen als. Region zusammenstehen.“ Gemeinsam mit den beiden Landräten der Region, Dr. Joachim Bläse und Peter Polta, zog sie am Montag nicht nur ein Fazit, sondern stellte auch die Arbeit der WiRO vor. 

"Der Auftrag der WiRO ist noch derselbe wie vor 25 Jahren.“ - Nadine Kaiser, Geschäftsführerin WiRO

Bläse hebt die „regionale Verankerung“ der gemeinsamen Gesellschaft hervor, deren Aufsichtsratsvorsitzender er zudem ist. Der Landrat appelliert ebenfalls an den Zusammenhalt, den die Region angesichts der Megatrends Digitalisierung, Strukturwandel und demografischer Entwicklung zeigen müsse. „Strategisch muss sich Ostwürttemberg auf sich selbst konzentrieren“, so Bläse. „Das geht nur über Geschlossenheit.“ Die WiRO sei hierbei ein wichtiger Akteur, der die Aktivitäten und Netzwerke in der Region koordiniere, verzahne und die Klammer setze. Die jüngst angestoßene Offensive „Zukunft Ostwürttemberg“ sei nur mit einer starken WiRO möglich.

Heidenheims Landrat Peter Polta verglich die aktuelle Situation mit jener, als sich die  WiRO 1996 aus der ersten Zukunftsinitiative herausbildete. „Der Handlungsdruck ist wie damals groß.“ Die WIRO sei ein wichtiger Kontaktlotse zwischen den Akteuren. Dass sich die Landräte künftig jährlich an der Spitze des 18-köpfigen “Aufsichtsrates abwechseln werden, nennt Polta „ein gutes Zeichen für beide Landkreise“. Die WiRO ergänze die Wirtschaftsförderung auf Kreis- und Stadtebene um eine wichtige regionale Ebene.

Bläse und Polta betonen, wie wichtig die Partnerschaft beider Kreise ist. „Wir stehen vor denselben Herausforderungen, uns beschäftigen dieselben Themen, wir gehen sie Hand in Hand an“, sagt Bläse. Polta ergänzt: „Wir wollen starke Partner sein. Auch in Stuttgart soll gesehen und wahrgenommen werden, dass hier zwei Kreise zusammenstehen.“ Der Ostalb-Landrat fügt an: „Wir dürfen nicht glauben, dass irgendwo irgendjemand sitzt und Ostwürttemberg Gutes tun will. Deshalb brauchen wir den Schulterschluss.“

„Der Auftrag der WiIRO ist noch derselbe wie vor 25 Jahren, aber die Maßnahmen und Instrumente haben sich geändert“, erklärt Kaiser. Noch immer steht das Netzwerken im Vordergrund: 3 Holzbautage, 3 Logistikkongresse, 4 Automotive-Foren, 21 Innovationspreise, 9 Innovationspreisträger, 36 digitale Unternehmertreffs mit mehr als  1200 Teilnehmern sowie zahlreiche Messebesuche und Standortmarketingmaßnahmen stehen im Konto der WiRO. Jenseits der Region sorge man dafür, dass Ostwürttemberg
präsent sei. So hatte sich die Region in der Vergangenheit noch unter Kaisers Vorgängerin Dr. Ursula Bilger etwa in Stuttgart, Berlin und Brüssel präsentiert. Bilger und den vormaligen Landräten der Kreise gebühre großer Dank für die Weitsicht, so Kaiser, Bläse und Polta.

„Je komplexer die Welt, desto wichtiger. ist ein gemeinsames, Wir-Gefühl“, betont Kaiser. Auch um die aktuellen Herausforderungen der regionalen Wirtschaft bewältigen zu können: Da wären nicht nur die Corona-Krise, die sich auf viele Firmen noch immer auswirkt, oder der Strukturwandeinl der Autoindustrie, ebenso drängend sei der Fachkräftemangel.

„22 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region sind 55 Jahre oder älter“, unterstreicht Kaiser. „Wir müssen viele junge, kluge Köpfe für die Region begeistern.“ Deshalb sei bereits vor vielen Jahren die’ Fachkräfteallianz ins Leben gerufen worden, deren Koordination bei WiRO und der IHK liegt. Teil dieser Offensive ist unter anderem das Welcome Center, das erste Anlaufstelle für internationale Fachkräfte und regionale Unternehmen sei. Im ersten Jahr des Bestehens habe die Einrichtung 200 Firmen erreicht und 350 internationale Fachkräfteerreicht. „20 Prozent der Anfragen stammen aus dem Ausland“  so Kaiser. „Das zeigt: Ostwürttemberg wird wahrgenommen und ist gefragt.“