Eine Spielwiese für kleine und große Forscher

Explorhino-Neubau ist eröffnet: Kultusministerin Susanne Eisenmann würdigt das Engagement der Familie Grimminger

Quelle: Ipf- und Jagst-Zeitung / Aalener Nachrichten - Autorin: Verena Schiegl - Foto: Thomas Siedler

AALEN - Fast drei Jahre lang hat der Bau von Explorhino auf dem Campus an der Hochschule gedauert. Am Freitag ist der technische und naturwissenschaftliche Spielplatz für Kinder, Jugendliche, aber auch für Erwachsene offiziell eröffnet worden. Für Rektor Professor Gerhard Schneider ist der Neubau mit Science Center ein Meilenstein für Ostwürttemberg, Aalen und die Hochschule. Über das Ereignis berichtete sogar ein nordkoreanischer Fernsehsender, dessen News auf eine Leinwand übertragen wurden. Auch Kanzlerin Angela Merkel ließ es sich als Physikerin nicht nehmen, per Live-Schaltung aus dem Kanzleramt vor allem der Familie Grimminger zu danken, die ohne großes Palaver dieses tolle Projekt möglich machte.

Die Eröffnung am Freitag war ein ganz großer Bahnhof. Prominentester Gastredner war Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport. Der Explorhino-Neubau mit dem Science Center im Mittelpunkt entlockte ihr ein begeistertes und anerkennendes „Wow“. Um einige der 120 interaktiven Exponate selbst zu testen, gab sie sich nach dem offiziellen Teil auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der Phänomene. Besonders begeistert war die Kultusministerin von dem aus Nasa-Daten nachgebauten vier mal zwei Meter großen Relief der Schwäbischen Alb, das ihr OB Thilo Rentschler bereits in seiner Rede als Herzstück der Ausstellung schmackhaft machte.

Für Eisenmann trage der Neubau dazu bei, Erfindergeist zu wecken und Kinder bereits frühzeitig für die Themen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu begeistern. Dadurch sei es künftig auch möglich, dem Fachkräftemangel in diesen Bereichen entgegenzuwirken. Denn nach dem Motto: „Wer nichts im Boden hat, muss es in der Birne haben“ müsse Baden-Württemberg als rohstoffarmes Land, das Ländle der Talente und Patente bleiben, auch, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Und daran, dass clevere Köpfe nachwachsen, die neugierig sind, staunen und experimentieren wollen, habe Explorhino einen entscheidenden Anteil.

Dass es die Einrichtung seit zehn Jahren überhaupt gibt, ist der Familie Grimminger zu verdanken, die sich bei der Eröffnung bescheiden im Hintergrund gehalten hat. Deren Engagement sei alles andere als selbstverständlich und „sie sind ein Vorbild in jeder Hinsicht“, würdigte Eisenmann deren Verdienste. Die technisch-naturwischenaftliche Bildung war der Aalener Familie immer eine Herzensangelegenheit. Bei einem Essen mit dem ehemaligen OB Ulrich Pfeifle und Landrat Klaus Pavel trug Gerhard Grimminger seine Vision vor, in der Region etwas dafür zu machen, um MINT-Themen zu fördern.

Standort Berufsschulzentrum wurde verworfen

Diese Idee schlug beim damaligen Aalener Stadtoberhaupt und bei Pavel wie eine Bombe ein, wobei auch das gute Essen von Ulrich Pfeifles Ehefrau seinen Anteil daran gehabt habe, sagte der Landrat schmunzelnd. Anfangs sei angedacht gewesen, ein Haus der Forscher am Berufsschulzentrum anzudocken. Als allerdings Gerhard Schneider 2008 Rektor an der Hochschule wurde, sei die Entscheidung gefallen, dass dieses hier seinen Sitz haben soll.

Im selben Jahr wurde die gemeinnützige Dr. Albert-Grimminger-Stiftung gegründet. Vier Jahre später kaufte die Familie das Grundstück gegenüber der Mensa. Die Stadt brachte damals den Kaufpreis von 1,2 Millionen ein. Eine halbe Million stiftete auch die Karl und Auguste Kessler-Bildungsstiftung der Maschinenfabrik Alfing. Spatenstich für den Neubau war schließlich im Juni 2015.

Einen wesentlichen Anteil am Erfolg von Explorhino hat seit 2009 die Leiterin Susanne Garreis. Sie und ihr Team machten es möglich, dass jährlich über 10 000 Kurse im Programm angeboten werden können, sagte Schneider. Mit dem Science Center, das Axel Werner leitet, steht ihr nun ein kompetenter und naturwissenschaftlich begeisterter Mann zur Seite.

Dass Naturwissenschaft alles anders als langweilig ist, bewiesen bei der Eröffnung auch die am Programm beteiligten Akteure. Mit einem Laserexperiment sorgten Physik-Professor Joachim Albrecht und sein Mitarbeiter Bernhard Faber ebenso für Kurzweil wie der Prorektor der Hochschule, Professor Markus Peter, der mit spritzigen und erheiternden Kommentaren zum jeweiligen Programmpunkt überleitete.

Tränen lachten die Gäste bei den gefakten News aus Nordkorea und der Explorinho-Ansprache der Kanzlerin, die der Kreativität des Leiters des Medienzentrums an der Hochschule, Professor Michael Bauer, entsprungen sind. Im Beitrag aus dem Kanzleramt erfuhren die Anwesenden, dass auch Merkel in der vergangenen Zeit zwei Experimente hinter sich hat. Bei Jamaika habe die FDP den Stecker gezogen und bei der Großen Koalition mussten abgebrannte Brennstäbe der SPD entladen werden. Menschen wir Gerhard Grimminger würde die Kanzlerin sofort ins Kabinett holen. Denn mit ihm hätte es beim Berliner Flughafen keine solche Pannen gegeben.

Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport (Mitte), war bei der Eröffnung vom Explorhino-Neubau mit dem Science Center begeistert.