Herzlich willkommen: Internationale Studierende in Ostwürttemberg

Quelle: limes - Das Magazin der Hochschule Aalen - Autor: Pascal Cromm - Foto: Christian Frumoldt 

Mit rund 200.000 Euro fördert das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau das rund zwei-jährige Projekt »Willkommensbüro für internationale Studierende in Ostwürttemberg« (WISO). Ziel ist es, ausländische Absolventinnen und Absolventen der vier staatlichen Hochschulen Ostwürttembergs für den regionalen Arbeitsmarkt zu gewinnen und als Fachkräfte in der Region zu halten. Eingerichtet wurde das »Willkommensbüro« an der Hochschule Aalen. Es dient als Projektkoordinationsstelle und Anlaufpunkt für die Unternehmen in Ostwürttemberg.

Die Förderung des Willkommensbüros für internationale Studierende in Ostwürttemberg ist Bestandteil der im vergangenen Jahr gestarteten Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, um internationale Studierende baden-württembergischer Hochschulen nach Abschluss ihres Studiums stärker als bisher als Fachkräfte im Land zu halten. Bislang verlässt die überwiegende Zahl der internationalen Studierenden Deutschland wieder, nachdem sie einen Hochschulabschluss erreicht haben. »Dass wir internationale Absolventen nach ihrem Abschluss hier in Baden-Württemberg halten, ist ein sehr effektiver und gezielter Weg zur Gewinnung internationaler Fachkräfte. Denn die Absolventen leben bereits in Baden-Württemberg, haben einen anerkannten inländischen Abschluss und sind vielfach mit den Anforderungen des Lebens sowie der Sprache hier vertraut«, so Wirtschafsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Dauerhafte Verbindung

Mit der Initiative soll eine dauerhafte Verbindung zwischen den internationalen Studierenden und den mittelständischen Unternehmen in den jeweiligen Regionen geschaffen werden. Als Teile der Initiative sind beispielsweise die gezielte Ansprache internationaler Studierender über die sozialen Medien, die Einrichtung von regionalen Bewerberplattformen und Informationsveranstaltungen für mittelständische Unternehmen geplant.

In Baden-Württemberg wurden bereits zehn Welcome Center, die als zentrale Anlaufstellen für internationale Fachkräfte und mittelständische Betriebe dienen und zuwandernden Fachkräften und deren Familien bei der Integration helfen, eingerichtet. Sie bieten eine Erstberatung an und vermitteln Interessierte dann an die zuständigen Stellen. Themen sind beispielsweise Arbeitsuche, Aufenthaltsrecht, Arbeitsrecht, Spracherwerb, Berufsanerkennung, Bewerbung, Wohnen, Qualifizierung und Kinderbetreuung. Die Welcome Center unterstützen zudem die mittelständischen Unternehmen im Land bei der gezielten Gewinnung und der betrieblichen Integration internationaler Fachkräfte.

Mit Anfang des Sommersemesters 2018 wurde im International Center der Hochschule Aalen mit der Einrichtung des »Willkommensbüro für internationale Studierende in Ostwürttemberg« (WISO) begonnen. Initiatoren des Projekts sind die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostwürttemberg (WiRO) und das Konsortium der Akademischen Auslandsämtern der Hochschule Aalen, der DHBW Heidenheim, der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd sowie der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. In die Umsetzung des Projekts wird die regionale Wirtschaft über die WiRO und die Partner der Fachkräfteallianz Ostwürttemberg, wie Kammern und Verbände, Arbeitsagentur oder Städte, eng eingebunden. Das Projekt ist eingebettet in die Strategie der Fachkräfteallianz Baden-Württemberg, gezielt auch internationale Fachkräfte zu gewinnen.

Während der 26-monatigen Projektförderung sollen sich nachhaltige Strukturen unter den Projektpartnern entwickeln, die den ausländischen Studierenden die Strukturen, Prozesse und Möglichkeiten des regionalen Arbeitsmarkts näherbringen und die Unternehmen bei der Gewinnung von ausländischen Fachkräften unterstützen. »Internationale Studierende sind ein wichtiges Potenzial zur Fachkräftesicherung in unseren Unternehmen«, betont Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Zahlreiche Maßnahmen geplant

Im Rahmen des WISO-Projekts werden internationale Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen gezielt an den regionalen Arbeitsmarkt herangeführt. Über den intensiven Kontakt mit Unternehmen, durch Firmenexkursionen sowie Betreuungs-, Beratungs- und Trainingsmaßnahmen, sollen die Studierenden bereits während des Studiums die beruflichen Perspektiven vor Ort frühzeitig kennenlernen und erleben. In interkulturellen Trainings werden sie für den deutschen Arbeitsmarkt und die Arbeitskultur sensibilisiert. Ferner werden an den Hochschulstandorten Aalen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd Bewerbungstrainings und berufsbezogene Deutschkurse angeboten. Sowohl für die Studierenden als auch für interessierte Unternehmen wird es spezielle Informations- und Seminarveranstaltungen geben, unter anderem zu Fragen des Aufenthalts- und Arbeitsrechts. Die Unternehmen in Ostwürttemberg können in Seminaren über die Chancen der Fachkräftegewinnung durch die Einstellung der ausländischen Hochschulabsolventinnen und -absolventen informiert und mit ihnen in Kontakt gebracht werden.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Das WISO-Projekt stellt eine nahtlose Fortsetzung der mehrjährigen engen Zusammenarbeit der Akademischen Auslandsämter der vier staatlichen Hochschulen Ostwürttembergs und der WiRO dar. Das TIE Konsortium (TIE: Talents International East Wuerttemberg) und die WiRO können bereits mehrere gemeinsame Projekte zur Integration ausländischer Studierender vorweisen. Nachdem der Schwerpunkt der Kooperation bislang auf der Integration in die Hochschulen und in die Gesellschaft lag, kann nun mit dem WISO-Projekt das Thema Integration in die Arbeitswelt verstärkt mit aufgenommen werden. »Umausländische Studierende anzuziehen und sie als künftige Mitarbeiter für die regionale Wirtschaft zu gewinnen, bedarf es in einer Region wie Ostwürttemberg, die wirtschaftlich und von ihrer Lebensqualität her höchst erfolgreich dasteht, aber nicht über die Standortvorteile größerer Städte verfügt, neuer Wege mit außergewöhnlichen Angeboten« erklärt WiRO-Geschäftsführerin Dr. Ursula Bilger. Alle Projektpartner freuen sich sehr, dass mit dem WISO-Projekt das Portfolio bestehender Angebote um einen wichtigen Baustein erweitert werden kann.