Sie hat die Region sichtbar gemacht

Verabschiedung - Dr. Ursula Bilger geht nach 22 Jahren als Geschäftsführerin der WiRO in den Ruhestand. Landrat Klaus Pavel und Walter Rogg (Stuttgart) würdigten ein außergewöhnliches Lebenswerk.

Quelle: Gmünder Tagespost - Autor: Winfried Hofele - Foto: Peter Hageneder

Aalen/Schwäbisch Gmünd. Sie war sichtlich gerührt: "Abschied schmerzt immer, auch wenn man lange darauf vorbereitet ist", bekannte Dr. Ursula Bilger bei ihrer Verabschiedung in den Ruhestand als Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Region Ostwürttemberg (WiRO). Zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik, darunter alle OBs der Region, dankten „der klugen und kompetenten Frau, die 22 Jahre wie eine Löwin für die Wirtschaftsregion Ostwürttemberg gekämpft hat und dabei als Netzwerkerin nachhaltige Spuren hinterlassen hat", wie Klaus Pavel feststellte, mit lang anhaltendem Beifall.

Der Landrat würdigte das Lebenswerk von Ursula Bilger und erinnerte an die Gründung der WiRO, die aus der Zukunftsinitiative Ostwürttemberg (ZiO) 1995 entstand. Damals hätten sich Politik und Wirtschaft zusammengeschlossen, um die Folgen der Struktur- und Wirtschaftskrise zu meistern - Pavel: „Ein Ergebnis dieser Initiative war die Gründung der WiRO im April 1996". 107 Männer und acht Frauen hätten sich um die Geschäftsführung beworben: ,,Und dass die einstimmige Wahl von Ursula Bilger richtig war, kann man heute mit Fug und Recht behaupten". Pavel zählte Meilensteine der Arbeit Bilgers auf: Präsentationen der Region in Stuttgart, Berlin mit dem Slogan "Raum für Talente und Patente" und Brüssel, Innovationspreis, Hochschulnetzwerk, PEGASUS Beratungsnetz, regionales Flächenmanagement, Medientage, Clusterstrukturen in den Bereichen Maschinen- und Werkzeugbau, Automobil, Photonik, Design, Oberflächentechnik, Holz und Papier, Präsentationen auf Messen (Expo-Real, Hannover), ZIO II, Fachkräfteallianz und -kampagne, Zukunftsprojekt Digitalisierung und Weiterentwicklung der Innovationsfähigkeit der Region. "Sie hinterlassen ein wohlbestelltes Feld", bescheinigte Pavel Ursula Bilger. Ihrer Nachfolgerin Nadine Kaiser, die am 1. April ihre Arbeit aufnimmt, versprach Pavel die volle Unterstützung aller Wirtschaftsakteure der Region.

Walter, Rogg, Geschäftsleiter der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, würdigte das Wirken Bilgers auf Landes- und Bundesebene: "Sie waren in Sachen Standortmarketing und Clusterbildung Maßstab und Treiberin und haben Ostwürttemberg nach außen sichtbar gemacht". Regionaler Zusammenhalt sei angesichts des digitalen Wandels im vom Automobil geprägten Baden-Württemberg künftig wichtiger denn je - Rogg: "28 Prozent der Arbeitsplätze werden verloren gehen. Da kommt viel auf die Wirtschaftsförderung zu".

Sie sei überwältigt von so viel Lob, freute sich Ursula Bilger, und gab den Dank an ihr Team weiter: "Wirtschaftsförderung ist Gemeinschaftsarbeit." Sie sei beim Start „von der Aufbruchstimmung in der Region begeistert gewesen", sagte Ursula Bilger und dankte allen ihren Wegbegleitern, insbesondere dem Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Pavel „für die Unterstützung und die Freiräume, die ich bei meiner immer spannenden und reizvollen Arbeit hatte". Sie bleibe in der Region wohnen und behalte auch Ehrenämter wie im Marketingklub, sagte sie. Zunächst aber bricht Ursula Bilger mit ihrem Ehemann zum Nordkap auf - mit dem Wohnmobil.