Straße versus Bahn

BSH Hausgeräte GmbH über die Vorteile der Schiene und die Möglichkeiten in der Region

Quelle: GT - Autor: pm - Bild: WiRO

Schwäbisch Gmünd. Das Thema Verkehr ist aktueller denn je. So wurde vor Kurzem der Mobilitätspakt Aalen – Heidenheim unterzeichnet. Entlang dieser Achse hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein gut aufgestellter Industrieraum entwickelt. Er umfasst eine Vielzahl an global agierenden Unternehmen, die rund 80 000 Arbeitsplätze bieten und zukünftig weitere Arbeitsplätze schaffen werden. Dementsprechend hoch ist das tägliche Pendleraufkommen.

Zu einem zur Unterzeichnung passenden Thema und zum digitalen Austausch lud die WiRO Ostwürttemberg die Unternehmerinnen und Unternehmer der Region sowie alle Interessierten. Denn Impuls gebendes Unternehmen war die BSH Hausgeräte GmbH aus Giengen, die im Rahmen des „Unternehmertreff digital“ zum Thema Logistik und Schienenverkehr berichtete.

Im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung steht meist der Personenverkehr, der Güterverkehr spielt oftmals nur eine untergeordnete Rolle. Genau das sei das Problem, meint Frank Ratter, Vorsitzender des IHK-Verkehrsausschusses und Leiter Administration/Controlling bei BSH. Für einen erfolgreichen Produktionsstandort sei ein gut ausgebauter Gleisanschluss von essenzieller Bedeutung.

Vom Standort Giengen beliefert die BSH Hausgeräte GmbH regelmäßig mehr als 60 Länder. Dabei setzt das Unternehmen neben den Verkehrsträgern Straße und Schiff insbesondere auch auf die Bahn. Seit dem Jahr 2008 betreibt BSH deshalb sein eigenes Container-Terminal. Im Zuge der sukzessiven Erweiterung konnte der Containerumschlag über die Jahre enorm gesteigert werden. Neben der eigenen Ware schlägt BSH auch Güter anderer Unternehmen aus der Region um, der Anteil beträgt etwa 20 Prozent des Gesamtumschlags.

Nach dem Türkeizug im Jahr 2012 wurde 2018 eine Schienenverbindung nach Triest hergestellt. Deren Besonderheit liegt in der erheblichen Zeitersparnis von bis zu zwei Wochen im Vergleich zum Schiffsverkehr. Dadurch können Kosten eingespart und die Produktivität gesteigert werden. Erhöht wird die Produktivität zudem durch den Container-Terminal-Status am Standort Giengen: So können geleerte Container behalten und direkt wieder mit neuer Ware gefüllt und versendet werden. Die Reduzierung der Leerfahrten trägt zur Kostensenkung bei.

Neben dem wirtschaftlichen Aspekt kommt auch das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz zum Tragen. Mit dem Gleisanschluss spart die BSH jährlich bis zu 40 000 Lkw-Fahrten ein und trägt damit zur Reduzierung des CO2-Ausstosses bei.

Die Anzahl an produzierendem Unternehmen mit eigenem Bahnanschluss ist relativ gering. Ratter zufolge liege das zum einen an den starken Restriktionen seitens der Deutschen Bahn sowie den hohen Instandhaltungskosten. Zum anderen müssten auch die Empfänger über die entsprechende Infrastruktur verfügen, damit die Ware über die Schiene zugestellt werden könne. Aufgabe der Politik sei es darum, die Eintrittsbarrieren zu senken und Fördermittel für den Ausbau des Schienenverkehrs zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen des seit Juli regelmäßig stattfindenden „Unternehmertreff digital“ lädt die WiRO die regionalen Unternehmen sowie Wirtschaftsakteure bei einem digitalen Austausch dazu ein, aktuelle fachspezifische Themen auf dieser Plattform zu diskutieren und ermuntert zu einem Blick über den eigenen Tellerrand hinaus.