Von wegen angeboren – Kreativität kann man lernen!

Mehr Ideen in kürzerer Zeit generieren und Innovationen dadurch planbar machen? Mit TRIZ, russische Abkürzung für „Theorie des erfinderischen Problemlösens“ ist dies möglich. Ziel dieser Methodensammlung für Innovationsprozesse ist es, mehr Ideen zu generieren, als über das herkömmliche Brainstorming allein möglich wäre. Dr. Robert Adunka, erster deutschsprachiger TRIZ-Master und Geschäftsführer der TRIZ Consulting Group GmbH aus Sulzbach-Rosenberg gab im Rahmen des WiRO-UnternehmerTREFFs digital am 27. April einen einführenden Überblick zur Methodik und ihren Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis.

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Region Ostwürttemberg. TRIZ basiert auf drei Grundthesen: So entwickeln sich technische Systeme stets nach bestimmten Mustern. Zudem müssen für Erfindungen Widersprüche überwunden werden. Des Weiteren geht die Methode TRIZ davon aus, dass einer großen Zahl von Erfindungen eine relativ kleine Zahl an Lösungsprinzipien zugrunde liegt. Die Lösungsentwicklung für eine Problemstellung läuft dabei nach folgendem Schema ab: Ein konkretes Problem wird soweit abstrahiert, um daraus ein allgemeines Problem zu formulieren, für das mithilfe der Denkwerkzeuge und -methoden von TRIZ eine allgemeine Lösung gefunden werden kann. Diese allgemeine Lösung wiederum wird dann konkretisiert in eine konkrete Lösung für das Ursprungsproblem.

TRIZ ist damit ein methodischer Weg, um stufenweise zu einer Lösung zu gelangen. „Vielleicht nicht ganz so schnell, wie beim zufälligen Geistesblitz“, so Dr. Adunka, „dafür aber zielgerichtet und unter Abdeckung des gesamten Lösungsraums“. TRIZ setzt sich wie ein Baukasten aus verschiedenen Methoden zusammen anhand derer technische Probleme, Produkte und Prozesse analysiert und systematisch sowie strukturiert innovative Ideen generiert werden können. Die 360° Betrachtung ermöglicht den Abbau von Denkbarrieren und weitet den Blick für Lösungen abseits der bekannten Wege. „Kreativität im technischen Bereich muss nicht angeboren sein – mit TRIZ kann sie jeder erlernen“, meint Dr. Adunka.

Das regionale TRIZ-Innovationsnetzwerk, welches vor Kurzem vom Digitalisierungszentrum (digiZ) der IHK Ostwürttemberg gemeinsam mit dem Ostalbkreis und dem Landkreis Heidenheim gestartet wurde, will Unternehmen neue Wege bei der Entwicklung von verschiedenen Lösungsansätzen aufzeigen und sie bei der Umsetzung von Innovationen unterstützen. Markus Hofmann, Projektbeauftragter für Technologietransfer bei der IHK Ostwürttemberg, berichtete zum Auftakt der TRIZ-Gruppe Ostwürttemberg, an dem zunächst acht Unternehmen mit verschiedenen fachlichen Hintergründen beteiligt waren. Die Idee des neu gegründeten Netzwerkes ist es, Unternehmen mit konkreten technischen Problemstellungen aus der Betriebspraxis zusammen zu bringen, um gemeinschaftlich mithilfe ausgewählter TRIZ-Methoden innovative Lösungen zu erarbeiten. Im Rahmen von weiteren Workshops soll die TRIZ-Gruppe Ostwürttemberg verstetigt und erweitert werden. Interessierte Unternehmen sind eingeladen, sich mit dem digiZ in Verbindung zu setzen.