Megatrends im Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau

Wenn man in Ostwürttemberg vom Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau spricht, dann spricht man auch von MAPAL. Dr. Dieter Kress, geschäftsführender Gesellschafter, skizzierte die Entwicklung des Präzisionswerkzeugeherstellers von der Gründung im Jahre 1950 bis hin zum Vorzeigeunternehmen mit 1.600 Mitarbeitern in Aalen und 4.300 Mitarbeitern weltweit. Landrat Klaus Pavel, Aufsichtsratsvorsitzender der WiRO, lobte die große Bedeutung von MAPAL für den gesamten Standort „Raum für Talente und Patente“.

Dr. Ursula Bilger beschrieb den Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau in Ostwürttemberg. Aus der langen Tradition der Metallbearbeitung heraus entstanden, sei dieser heute einer der beschäftigungs- und umsatzstärksten Bereiche in der Region, so die Geschäftsführerin der WiRO. Er umfasse mindestens 300 Unternehmen – von der kleinen Spezialschmiede über den typisch flexiblen Mittelständler bis hin zum großen Weltunternehmen. Sie alle lieferten unterstützt durch auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Hochschul- und Forschungseinrichtungen, täglich Spitzenleistungen für Kunden in der ganzen Welt.

Mit den Themen Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Digitalisierung, Globalisierung und Geschwindigkeit beschäftige man sich bei MAPAL intensiv mit den Megatrends der Fertigung, wie Dr. Jochen Kress, Mitglied der Geschäftsleitung, berichtete. Zwar gehe es in der Fertigungstechnik noch immer maßgeblich um Qualität, Zeit und Kosten, doch spielten zunehmend auch gesellschaftliche Entwicklungen mit hinein, sodass Maschinen, Werkzeuge und damit die gesamte Fertigung neuen Anforderungen genügen müssten. Dabei stelle sich MAPAL beispielsweise durch 3D-Konstruktion, die Wiederaufbereitung von Werkzeugen oder die Vereinheitlichung von Struktur, Wissen und Methoden in den MAPAL-Niederlassungen weltweit nachhaltig diesen Anforderungen.

Abschließend zeigte Professor Dr. Eckehard Kalhöfer von der Hochschule Aalen Einblicke in die Zusammenarbeit mit der Industrie sowie in die angewandte Forschung im Bereich des Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbaus. Sinnvolle Möglichkeiten einer Zusammenarbeit reichten von Studienarbeiten über direkte Industrieaufträge bis hin zu geförderten „ZIM“- und Forschungsprojekten. Dass die Kooperation mit der Hochschule Aalen verwertbare Ergebnisse nach sich zieht, veranschaulichte Kalhöfer an einem Projekt, das zeigte, dass der Einsatz einer Minimalmengenschmierung Energieeinsparpotenziale von bis zu 25 Prozent liefern kann. Die Hochschule stehe gerne für den Wissenstransfer in die Industrie zur Verfügung, weshalb man nicht nur bei MAPAL zu dem Schluss kam: „Wir sind froh, dass wir die Hochschule mit ihren Expertisen haben!“.

Mit der Veranstaltung gab die WiRO den Startschuss für ein wichtiges Ziel, wie Dr. Bilger formulierte: „Die WiRO wird weitere Möglichkeiten schaffen, um Ostwürttemberg als Kompetenzstandort der Branche zu platzieren und die regionale Zusammenarbeit voranzutreiben.“ Interessierte können sich unter www.ostwuerttemberg.de/maschinenbau informieren oder direkt an die WiRO (Markus Hofmann, Tel. 07171 / 92753-21, hofmann@ostwuerttemberg.de) wenden.