Ausländische Fachkräfte im Fokus

Unternehmer zu Gast bei Richter Lighting Technologies.

Quelle: Wirtschaft in Ostwürttemberg - Autor: pm - Foto: WISO

Die Agentur für Arbeit, die IHK Ostwürttemberg, das Willkommensbüro für internationale Studierende Ostwürttemberg (WISO) und die WiRO hatten gemeinsam zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Ausländische Fachkräfte finden und begeistern" zur Firma Richter Lighting Technologies in Heubach eingeladen. 52 interessierte Teilnehmer bekamen vielfältige Impulse.

Bernd und Marion Richter sind mit aktuell 140 Mitarbeitern aus 34 Ländern die Inhaber eines erfolgreich am Markt agierenden Technologieunternehmens. Mit einem internationalen Team aus Ingenieuren, Architekten, Betriebswirten, Wissenschaftlern und Produktionsfachleuten ist das Unternehmen erfolgreich auf Wachstumskurs. Bernd Richter gab zum Auftakt der Veranstaltung einen Einblick in sein Unternehmen. Erfolgreich rekrutiert die Familie Richter im Ausland und wirbt dabei stolz für ihren Standort in Heubach. Die Ostalb hat mit den Themen "gute medizinische Versorgung", "hervorragende Bildungssysteme", „sichere Arbeitsplätze" und "viel Natur" einiges zu bieten, was in vielen Regionen und Ländern nicht selbstverständlich ist. Richter Lighting erhält daher auch viele lnitiativbewerbungen und hat ein ganz besonderes Modell entwickelt. Wenn passende Fachleute zur Verfügung stehen, werden diese „auf Vorrat" eingestellt; auch den Partnerinnen und Partnern der neuen Arbeitnehmer werden entsprechende Jobangebote unterbreitet. Die Integration gelingt vor allem deswegen sehr gut, weil Marion und Bernd Richter sich persönlich um die Integration kümmern und bei den ersten Schritten in der Region helfen. Das reicht vom Angebot von Wohnungen bis hin zur Unterstützung bei Behörden- und Genehmigungsthemen. Mentoren im Betrieb sind die bereits vielen anderen erfolgreich integrierten Kolleginnen und Kollegen. Auch mit der Integration von Flüchtlingen hat man bei Richter positive Erfahrungen gemacht und bereits früh mit der LEA in Ellwangen kooperiert.

Fachkräfte im Ausland finden

Nach diesem Einblick in die unternehmerische Praxis informierte Richard Baumann, Leiter HR und Organisation der EurA AG aus Ellwangen über ein neues Geschäftsfeld der deutschlandweit führenden Fördermittelberatung. Die EurA hat in Porto eine Niederlassung und hilft interessierten Betrieben in Portugal Fachkräfte zu finden. Baumann betonte, dass Portugal mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und einem guten Ausbildungssystem sowie einer hohen Mobilitätsbereitschaft der Menschen viele interessante Fachkräfte für deutsche Unternehmen zu bieten hat.

Wer im Ausland Fachkräfte gewinnen möchte, muss natürlich auch rechtliche Rahmenbedingungen beachten. Diese wurden kompakt von Anne Hagenlocher vom lncoming Team der ZAV Stuttgart vorgestellt. Der internationale Personalservice der Agentur für Arbeit unterstützt Arbeitgeber nicht nur mit Checklisten, sondern berät auch ausführlich über die geltenden Voraussetzungen. Der ZAV ist auch in verschiedensten Ländern mit Projekten engagiert. So werden bspw. IT-Fachkräfte in Brasilien, Marokko oder Tunesien angeworben, und in den HOGA-Berufen ist die ZAV in Marokko, Tunesien sowie Polen aktiv. Auch im Bereich Pflege gibt es mehrere Projekte. Anne Hagenlocher informierte auch über Regelungen der Arbeitsmarktzulassung für Fachkräfte aus Drittstaaten. Interessierte Betriebe erhalten erste Informationen beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Aalen.

Konkrete Ansätze

Vorbereitet und moderiert durch Andrea Hinze und Lothar Dessilla vom Willkommensbüro für internationale Studierende in Ostwürttemberg (WISO) präsentierten sich den Gästen acht hochmotivierte und gut qualifizierte internationale Studierende aus Albanien, Brasilien, Indien, Kolumbien, Südafrika, Südkorea, Taiwan und der Türkei. Die Studierenden sind an der DHBW Heidenheim und der Hochschule Aalen in Ausbildung oder haben bereits ihren Abschluss. Die jungen Fachkräfte kamen beim anschließenden Networking schnell mit den Unternehmen ins Gespräch. Dabei wurden bereits Folgetermine für Werkstudententätigkeiten, Praktika oder auch einen direkten Jobeinstieg vorbesprochen. Das Format der Veranstaltung wurde von allen Beteiligten als sehr erfrischend und unkompliziert empfunden und ermuntert zur Wiederholung.
Interessierte Unternehmen können sich direkt an WISO unter der E-Mail-Adresse: info@willkommensbuero-ostwuerttemberg.de wenden.