Nachhaltigkeit als große Chance für die Wirtschaft

Das Kreativforum Ostwürttemberg demonstriert Chancen des nachhaltigen Produktdesigns

Quelle: SP - Autor: pm - Bild: WiRO

Schwäbisch Gmünd. Tina Kammer, Architektin und Mitgründerin von Interior.Park Stuttgart hat eine Botschaft: „Gute Nachrichten für die Kultur- und Kreativwirtschaft: Für Sie und Euch gibt es viel zu tun!“ Beim Auftakt des digitalen Kreativforums Ostwürttemberg setzte sie mit Wolfgang Grupp jun. von der Textilfirma Trigema Impulse, wie Nachhaltigkeit im Produktdesign praktisch umgesetzt werden kann und welche Chancen dies für Unternehmen birgt.

„Wir müssen lernen, vom Ende her zu denken“, erklärt Kammer. Denn für die Entwicklung kreislauffähiger Lösungen spiele neben der Energieeffizienz die Materialauswahl zu Beginn der Produktgestaltung eine wichtige Rolle. Genau das sei die Mission von Interior.Park, das sich mit der nachhaltigen und gesunden Innenraumgestaltung beschäftigt und als Schnittstelle zwischen Planern und Herstellern agieren will.

Produktdesign und Innenraumgestaltung spielen zusammen, weshalb die Architektur mitgedacht werden müsse. Nachhaltiges Produktdesign erfordere die Verzahnung von Fachbereichen und branchenübergreifendes Denken.

Insbesondere in der Baubranche müsse das Lebenszyklusende stärker mitgedacht werden, wenn es um die Materialauswahl ginge. Durch intelligente Auswahl und Montage könne Bauschutt als Abfallprodukt als Ressource rückgewonnen werden. „Haben Sie Mut für neue Lösungsansätze“, so Kammer. Durch die nachhaltige Ausrichtung der Wirtschaft werden sich neue Berufszweige entwickeln, was für die Kultur- und Kreativbranche eine große Chance sei. Kammer nennt auf die Bionik spezialisierte Fachkräfte, die Firmen künftig bei der nachhaltigen Produktgestaltung beraten könnten. Dementsprechend sei neues Wissen an den Hochschulen und Universitäten gefordert.

Wolfgang Grupp jun. befasste sich mit nachhaltigen Produktlösungen in der Textilindustrie. Das schwäbische Familienunternehmen Trigema steht für „100 Prozent Made in Germany“ und erfülle damit durch die gesetzlichen Vorgaben viele wesentliche Umweltstandards. Seit 2004 arbeitet es an der Integration des sogenannten Cradle-to-Cradle-Prinzips in die Produktionsprozesse und brachte 2006 als erster deutscher Textilhersteller ein vollkompostierbares T-Shirt auf den Markt. Von der Auswahl der Produktzutaten über die Lieferketten bis hin zum Produktionsprozess – sämtliche Schritte entlang der Wertschöpfungskette sind an den Kriterien der Nachhaltigkeit ausgerichtet.

Dass Nachhaltigkeit größere Bedeutung zukomme, zeige die wachsende Nachfrage nach ökozertifizierten Produkten, die auch Trigema insbesondere bei der jüngeren Kundengruppe feststellt. Ebenso stark wächst auch die Akzeptanz und Identifikation seitens der Mitarbeitenden, ergänzt Kammer. „Unternehmen werden zukünftig mit ihrem Engagement im Bereich Nachhaltigkeit bei der Fachkräfteakquise werben müssen.“

Das Kreativforum 2021:

Das digitale Kreativforum Ostwürttemberg steht in diesem Jahr unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Produktdesign – Impulse für kreative Lösungen“. In der Veranstaltungsreihe erfahren die Teilnehmenden, wie Firmen kreative Lösungen entwickeln, von der Produktgestaltung bis zum Eventmanagement. Die Teilnahme an den Videokonferenzen ist kostenfrei und wird von der WiRO zusammen mit der Kontaktstelle Frau und Beruf Ostwürttemberg – Ostalbkreis, der Hochschule für Gestaltung Gmünd und der Wirtschaftsförderung der Stadt Aalen angeboten und von der MFG unterstützt.

Nächste Termine sind am 17. Juni um 17 Uhr sowie am 19. Oktober um 17.30 Uhr. Programm und kostenfreie Anmeldung: www.ostwuerttemberg.de/veranstaltung