Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist längst auch für Männer, insbesondere für Väter, zu einem zentralen Thema geworden, wie der jüngste PersonalerTREFF digital deutlich zeigte. Teilnehmende aus ganz Deutschland und allen Branchen bekamen konkrete Handlungsoptionen an die Hand und konnten sich informieren sowie reflektieren, wie es um die (eigene) gelebte Unternehmenspraxis steht.
Marvin Köhlert, Projektreferent vom Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“, erläuterte, dass familienfreundliche Maßnahmen heute besonders auch für jüngere Väter unter 35 bedeutsam sind. Gleichzeitig zeigen Studien: unzureichende Vereinbarkeit stellt ein erhebliches Unternehmensrisiko im Hinblick auf die Wechselbereitschaft der Väter dar. Unternehmen können wirksam gegensteuern, indem sie planbare Strukturen, flexiblere Arbeitszeitmodelle oder Top-Sharing sowie aktive Ansprache und Beratung rund um Elternzeit anbieten. Eine Unternehmenskultur, die aktives Vatersein anerkennt und offen besprechbar macht, stärkt die Bindung und Produktivität von Mitarbeitenden und schafft somit einen klaren Wettbewerbsvorteil. Aktive Vaterschaft zeigt sich aktuell vor allem im Wandel von Werten und weniger auf der Handlungsebene. Dies zu ändern und die Rahmenbedingungen für eine partnerschaftliche Aufgabenteilung zu bieten, ist ein Merkmal familienfreundlicher Personalpolitik.
Konkrete Handlungsoptionen zur Stärkung der Familienfreundlichkeit erhielten die Teilnehmenden von Christina und Markus Korntreff, vom Modern Parenting Program – darunter Bedarfsanalysen, angepasste Elternzeitprozesse, sichtbare Förderung von Vätern und die klare Kommunikation der Rahmenbedingungen. Moderne Elternschaft basiert auf finanziell, mental und zeitlich fair geteilter Verantwortung, sodass beide Elternteile ihren beruflichen Ambitionen nachgehen können. Der vorgestellte „Vereinbarkeitsturm“ strukturiert Maßnahmen wie partizipative Gestaltung, Erfolgsmessung und die Anerkennung elterlicher Fähigkeiten als wertvolle Ressourcen im Arbeitsalltag.
Anne Nitschke, Leiterin der Kontaktstelle Frau und Beruf Ostwürttemberg – Ostalbkreis und Moderatorin der Veranstaltung, ergänzt die zentralen Ergebnisse: „Die Berücksichtigung der Väter als wesentliche Zielgruppe der Fachkräftebindung ist ein starker Mehrwert für Unternehmen wie für die gesamte Volkswirtschaft. Planbare Strukturen, eine ermöglichende Unternehmenskultur und vor allem männliche Vorbilder, die z. B. auch in Elternzeit gehen, sind entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen.“
Neue Rolle der Väter
Dr. Andreja Benkovic, Referentin für Volkswirtschaft der IHK Ostwürttemberg und Organisatorin der Veranstaltung, war zudem beeindruckt von einer zentralen, auf Studien basierten Erkenntnis: „Väter, die Elternzeit genommen haben, konnten ihre Qualitäten im Job sogar weiterentwickeln und werden als vertrauensvolle, motivierende wie auch inspirierende Kollegen und Führungskräfte wahrgenommen. In Zeiten des demographischen Wandels ist das eine gute Nachricht.“
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Fachkräfteallianz Ostwürttemberg statt und in Kooperation mit der Kontaktstelle Frau und Beruf Ostwürttemberg – Ostalbkreis, IHK Ostwürttemberg, Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Region Ostwürttemberg, Agentur für Arbeit Aalen, Südwestmetall, familyNET und dem Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“.
Info PersonalerTREFF:
Der PersonalerTREFF digital ist ein virtuelles Austausch- und Vernetzungsformat für Personalverantwortliche und Interessierte an Personalthemen, der von der IHK Ostwürttemberg sowie der WiRO (Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Region Ostwürttemberg) im Wechsel organisiert wird. Sie erhalten Informationen über aktuelle Projekte in der Region sowie Unterstützungsmöglichkeiten und tauschen sich hierzu aus. Es ist eine Veranstaltung im Rahmen der Web-Seminarreihe „Fachkräftesicherung mit der IHK“ – www.fachkraeftesicherung.ihk.de in Kooperation mit der WiRO.
Weitere Informationen zum Thema „Väter“ finden Sie auf der Homepage der IHK Ostwürttemberg, https:///www.ihk.de/ostwuerttemberg

