Welcome Center gestartet

Trotz Corona mangelt es der Region an Fachkräften in bestimmten Branchen. Mit der Initiative will Ostwürttemberg internationale Arbeitskräfte anlocken.

Quelle: Gmünder Tagespost - Autor: pm - Bild: WiRO

Das Welcome Center Ostwürttemberg hat seine Türen für internationale Fachkräfte und Unternehmen geöffnet. Gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg baut die WiRO als Träger das Welcome Center als Anlauf-, Erstberatungs- und Informationsstelle für Unternehmen, internationale Fachkräfte und internationale Studierende in der Region Ostwürttemberg auf.

Das neue Welcome Center unterstützt Menschen mit Migrationshintergrund beim Start in der Region und gibt einen Überblick zu allen Fragen des Ankommens und der Integration in der Arbeitswelt. Dabei übernimmt die Einrichtung die Erstberatung und weiterhin eine Lotsenfunktion, indem auf die anderen regionalen Akteure und Spezialisten zur richtigen Zeit verwiesen wird. Des Weiteren werden Unternehmen und Personalverantwortliche bei allen Fragen der Personalbeschaffung und erfolgreichen Integration internationaler Fachkräfte unterstützt.

Evgeniya Abdieva steht ab sofort als Leiterin und Ansprechpartnerin des Welcome Centers Ostwürttemberg zur Verfügung. Eine weitere Personalstelle in Aalen wird noch besetzt. Das Leistungsportfolio umfasst Beratungs-, Informations- und Veranstaltungsangebote, die in der gesamten Region Ostwürttemberg verfügbar sein werden.

„Die WiRO bringt ihre Erfahrungen bei der Leitung gesamtregionaler Netzwerke für den Auf- und Ausbau des Welcome Centers Ostwürttemberg ein, um gemeinsam mit den Partnern ein gewinnbringendes Angebot für internationale Fachkräfte und Unternehmen gleichermaßen zu entwickeln. Die Region Ostwürttemberg ist der Raum für Talente und Patente und bietet ideale Bedingungen und Karrieremöglichkeiten“, beschreibt Nadine Kaiser, Geschäftsführerin der WiRO, das neue Projekt.

Die Idee hinter dem Welcome Center: Die Region Ostwürttemberg steht, wie andere ländliche und vom produzierenden Mittelstand geprägte Regionen, vor großen Herausforderungen. Strukturelle Veränderungen wie die Digitalisierung, die Antriebstechnik in der Automobilbranche, der allgemeine Automatisierungstrend, oder Künstliche Intelligenz haben Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Beschäftigung. Die Corona-Pandemie im Jahr 2020 verändert die gesamte Wirtschafts- und Arbeitswelt in allen Bereichen.

Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, die richtigen Weichen für die Unternehmen in Richtung Zukunftstechnologien zu stellen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, so WiRO-Geschäftsführerin Nadine Kaiser. Als innovativer Wirtschafts- und Produktionsstandort sei Ostwürttemberg auf gut ausgebildete Arbeitskräfte angewiesen, um seine Innovationskraft zu halten und im Standortwettbewerb zu bestehen.

In verschiedenen Branchen und Arbeitsmarktbereichen von Industrie und Handwerk sind weitreichende Fachkräfte-Engpässe spürbar. Besonders betroffen sind vor allem Gesundheits- und Sozialberufe, die Baubranche oder technische Berufe in den verschiedensten Branchen. Ein Großteil der offenen Stellen fordert laut Kaiser ein anderes Qualifizierungsniveau, als es mit heimischen, verfügbaren freien Fachkräften des Arbeitsmarkts besetzt werden könnte. Das inländische Erwerbspotenzial wird nach Ansicht der WiRO nicht ausreichen, um den Fachkräftebedarf zu decken. Die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften stelle für die Betriebe in Industrie und Handwerk daher ein großes Potenzial dar.